Wege zur Ressourcenschonung

CO2: Vom Klimakiller zum Rohstoff der Zukunft?

Deutlich schneller als noch zum Zeitpunkt der Verabschiedung des Pariser Klimaschutzabkommens geplant, ist das verbleibende CO2-Budget der Erde aufgebraucht. Viele Experten gehen inzwischen davon aus, dass wir deshalb unsere Anstrengungen deutlich erhöhen und neue sowie unkonventionelle Wege beschreiten müssen.

So erscheint es beispielsweise naheliegend, der Atmosphäre das CO2, als sogenannte negative Emission, mit Hilfe von technischen und chemischen Verfahren wieder zu entziehen. Das so gewonnene CO2 kann als alternative, nachhaltige Kohlenstoffquelle Ausgangspunkt einer neuen Kreislaufwirtschaft sein. Bereits heute gibt es dazu vielfältige Ansatzpunkte und Ideen.

Neue Verwendungen für Kohlendioxid

Das Unternehmen Climeworks verwendet beispielsweise riesige Ventilatoren, um Luft anzusaugen und das darin enthaltene CO2 in Zellulose und Stickstoffverbindungen zu binden. Bei über 100 Grad Celsius wird das CO2 dann extrahiert und in einem im schweizerischen Hinwil gelegenen Gewächshaus als Düngemittel genutzt. Das Unternehmen Synhelion dagegen nutzt Sonnenenergie, um in einem thermochemischen Reaktor Kohlendioxid und Wasser in ein Synthesegas umzuwandeln. Dieses Gas wird anschließend durch die Fischer-Tropsch-Synthese verflüssigt und zu synthetischem Kraftstoff weiterverarbeitet. Abgeschiedenes CO2 kann auch als Rohstoff für die Herstellung verschiedener Baumaterialien genutzt werden. So setzt das Unternehmen Carbicrete beispielsweise CO2 und Stahlschlacke ein, um Beton und Steine herzustellen. Im Gegensatz zu anderen kohlenstoffdioxidbasierten Produkten wie Dünger, synthetischen Kraftstoffen oder Getränken wird das CO2 hier langfristig gebunden.

Wasserstoff: Energie der Zukunft?

Die Wasserstoff-Technologie ist für Staaten oftmals der einzige Strohhalm, um ihre eigenen Klimaziele durchzusetzen. Allerdings müssten zur Erreichung dieser Ziele beinahe alle traditionellen wirtschaftlichen Denkmuster „auf links gedreht“ werden. Mit dem Ziel einer CO2-neutralen Wirtschaft sprechen Prognosen von einem Wasserstoffbedarf von 500 Millionen Tonnen jährlich (heute liegt der Bedarf bei 90 Tonnen).

Wasserstoff kommt jedoch nicht in natürlichen Quellen vor, wie dies bei den vorherrschenden Energiequellen der Fall ist. Das Atom ist immer in anderen Molekülen gebunden und muss aufwendig getrennt werden. Bisher benötigt die Herstellung von Wasserstoff mehr Energie, als das Molekül später wieder freisetzen kann. Neben den hohen Kosten ist der wirkliche Nutzen für die Klimakorrektur ein großer Kritikpunkt. Denn bisher wird nur ein kleiner Teil des Wasserstoffs aus alternativen Energieträgern erzeugt. Daraus folgt die „Farbenlehre“ des Wasserstoffes: Grün ist der ökologisch unbedenkliche, grau der aus Erdgas gewonnene und schwarz der aus Kohle hergestellte Stoff.

Erst Durch neue Einsatzbereiche effektiv

Die Industrie hat hier ein Henne-Ei-Problem ausgemacht. Nur wenn genügend Wasserstoff vorhanden ist, kann der Transport und die Verarbeitung skaliert werden. Dieser muss dann notgedrungen aus wenig ökologischer Herstellung kommen. Denn: Wasserstoff ist nicht vergleichbar mit erneuerbarer Elektrizität, die durch einfaches Austauschen der „schmutzigen“ Elektrizität den Klimawandel aufhält. Wasserstoff hilft dem Klima nur, wenn dafür neue Einsatzbereiche geschaffen oder andere Verwendungskombinationen gefunden werden. Für Unternehmen, die solche Geschäftsmodelle anwenden möchten, ist eine verlässliche Versorgungs-
situation essenziell. Und die Lieferanten sollten dann einschätzen können, was die Verwender für den Wasserstoff zahlen müssten.

Dr. Michael Schuricht

JadeBay-Berater für Wissens- und
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